Ein Stilguide hilft nur, wenn er sich anwenden lässt. Wir formulieren handliche Regeln mit Beispielen, Gegenbeispielen und Checklisten, die in der Hektik des Alltags Bestand haben. Statt abstrakter Adjektivwolken definieren wir messbare Kriterien: Satzlängen, aktive Verben, konkrete Nutzen, erlaubte Emoticons, tolerierte Abkürzungen. Kleine Vorlagen für Buttons, Hinweise und Fehlertexte beschleunigen Entscheidungen und bringen Teams in denselben Takt, ohne Kreativität zu ersticken.
Konsistenz entsteht, wenn Kernbotschaften wiedererkennbar bleiben und dennoch zum jeweiligen Kanal passen. In Betreffzeilen zählt Platz, im Onboarding Vertrauen, im In-App-Hinweis Geschwindigkeit. Wir definieren Basissätze, die sich flexibel kürzen oder erweitern lassen, und markieren Synonyme, die Bedeutung wahren. Ein roter Faden durch Touchpoints sorgt dafür, dass Menschen sich nicht neu einstellen müssen, sondern mit wachsender Vertrautheit schneller verstehen und gern weitermachen.
Sprache wirkt erst dann einladend, wenn alle mitgedacht werden. Wir verwenden klare Formulierungen, erläutern Bilder sprachlich, vermeiden unnötige Metaphern und berücksichtigen unterschiedliche Lesekompetenzen. Gendergerechte, respektvolle Varianten, ein sensibler Umgang mit Körper- oder Gesundheitsbegriffen und deutliche Handlungsempfehlungen erhöhen Zugänglichkeit. So entsteht eine Atmosphäre, in der niemand zurückbleibt. Inklusive Microcopy ist nicht Kür, sondern Grundlage für Vertrauen, Zugehörigkeit und souveräne Entscheidungen im Alltag.
Wir testen Hypothesen, nicht Zufallsideen. Jede Variante folgt einem klaren Prinzip, etwa „mehr Präzision senkt Nachfragen“. Wir definieren Primär- und Nebenmetriken, beachten Signifikanz, Dauer und Saisonalität. Qualitative Hinweise aus Sessions helfen, Zahlen zu erklären. Ergebnisse dokumentieren wir mit Screenshots, Kontext und Learnings, damit Teams später verstehen, was wirklich wirkte. So wird Experimentieren berechenbar und Microcopy Schritt für Schritt belastbarer, nützlicher und menschlicher.
Wir gießen erfolgreiche Formulierungen in Bausteine: Button-Redux mit Varianten, leere Zustände mit Beispielen, Hilfetexte für typische Felder. Jedes Muster enthält Zweck, Ton, Do/Don’t und Zeichenlängen. Entwickler, Designer und Redakteurinnen greifen auf denselben Fundus zu, wodurch Konsistenz entsteht und Geschwindigkeit wächst. Regelmäßige Pflege verhindert Verstaubung. So skaliert Sprache mit dem Produkt und bleibt auch in hektischen Releases klar, freundlich und verlässlich.
Worte reisen nicht eins zu eins. Wir schreiben quellsprachliche Microcopy so, dass Absicht, Ton und Rhythmus klar sind, und liefern Kontext für Übersetzungen. Lokale Beispiele, Maßeinheiten und saisonale Bezüge passen wir sensibel an. Teams testen mit Muttersprachlerinnen, um Feinheiten zu wahren. So klingen Buttons, Hinweise und Bestätigungen überall natürlich. Bitte teile deine Erfahrungen mit Lokalisierung – gemeinsam bauen wir eine Bibliothek guter Lösungen für unterschiedliche Märkte.